surfaces. style. quality. die neue oberfläche

Bäderkulturen

Ob zu Hause oder öffentlich – ein Bad hat viele Gesichter. Und es gibt kulturelle Unterschiede. Zwischen Etikette und Erholung, HotPot und Seifenschaummassage. Eine kleine Weltreise.
rebado island Badkultur

Island

Auf Island gibt es eine gut besuchte Alternative zur Kneipe: Hot Pots. Die „heißen Töpfe“ gehören zum gesellschaftlichen Alltagsprogramm. Um die 170 dieser natürlichen Bäder findet man auf der schroffen Vulkaninsel, meist eingebettet in wunderbare Landschaften. Das Bade-Wasser ist in der Regel zwischen 36 und 45 Grad heiß. Meist schwimmen im warmen Nass noch Mineralien, die Krankheiten vorbeugen oder gar heilen. Und es gibt Regeln: Niemand betritt die Umkleiden mit Schuhen, ohne Badekleidung erfolgt die Grundreinigung. Vor allem der Kopf, die Achselhöhlen, Genitalbereich und Füße sind gründlich mit Seife oder Duschgel zu waschen. Danach Badeklamotten an und ab in die außergewöhnliche Stammtischatmosphäre. Und der eine oder andere Hot Pot bietet sogar eine Bar…

Japan

Wer die absolute Stille sucht, findet sie in japanischen Bädern. Onsen heißen die Entspannungstempel, die mit vulkanisch erhitztem Wasser gespeist werden. Dabei steht die Stille im völligen Gegensatz zu den sonstigen Gewohnheiten im Land, das zu den hektischsten auf diesem Erdball gehört.

Gebadet wird geschlechtergetrennt nackt in bis zu 42 Grad warmen Wasser. Ohne gründliche Reinigung aber läuft nichts. Dazu duscht man sich auf kleinen hölzernen Hockern sitzend und schrubbt seinen Körper gründlich sauber. Ein zusammengefaltetes Tuch dient dann dazu, sich zu bedecken, wenn man von Becken zu Becken wechselt. Im Wasser selbst trägt man das Tuch auf dem Kopf oder legt es auf die Stirn. Verpönt sind übrigens weiterhin Tätowierungen. Diese verbinden viele Japaner bis heute mit einem Verbrechersyndikat. Menschen mit Hautmotiven wird der Zugang zum öffentlichen Bad schon mal verweigert.

Neuseeland

Am anderen Ende der Welt baden die Menschen gerne im Schlamm. Ursprünglich nutzten die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, die schwefelhaltigen Vulkanquellen dafür, ihre Muskeln nach Kämpfen zu entspannen oder Wunden zu heilen.

Bis heute ist der Ort Rotorua der Nabel der neuseeländischen Heiße-Quellen- und Schlammbadewelt. Es blubbert und brodelt überall, selbst Hotels bieten private heiße Quellen-Becken für Gäste an. Und dort befindet sich auch Hell’s Gate, das „Tor zur Hölle“. Im einzigartigen Thermalbad riecht es zwar nicht ganz so lecker, dafür ist das Baden im Schlamm gesund. Weiblich, männlich, divers – alle sind gemeinsam willkommen. Einfach Badeklamotten an, rein in die trüb-heiße Brühe und Schlammpackung drauf. Und wem das alles nicht reicht, bucht eine richtige Schlammschlacht. Eine ausgiebige Dusche danach wird empfohlen 😉

Orient (Hamam)

Ein bisschen fühlt es sich an wie im Märchen 1001 Nacht: Das orientalische Badehaus besticht mit feinen Düften, wohldosiertem Licht sowie Blau- und Erdtönen. Zur Zeremonie im traditionellen Hamam, das einer strikten Geschlechtertrennung unterliegt, gehören das Dampfbad selbst sowie die Bürsten- und Seifenschaummassage.

Der klassische Ablauf beginnt mit einer rituellen Waschung, in dem man mit Kupferschalen immer wieder Wasser von Kopf bis Fuß über den Körper gießt. Dann begibt sich der Gast auf eine warme Steinplatte und entspannt im feucht-heißen Raum. Jetzt folgt die Seele des Rituals: Einseifen, Abreiben und Massieren durch geschultes Personal. Danach wird mit heißem Wasser abgewaschen und ausgeruht. Reinigung, Entspannung und Heilung verspricht die schaumige Angelegenheit. In jedem Fall trägt die Zeremonie zum Wohlfühlen bei.

Quellen: Fremdenverkehrsseiten und eigene Erfahrungen
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