surfaces. style. quality. die neue oberfläche

Botschaften aus dem Bad

Interview aus unserer Serie Botschaften aus dem Bad. Hockey-Olympiasieger Christopher Wesley nimmt uns mit auf seiner ganz persönlichen Zeitreise durch die Bäderwelten seines Lebens.

„Bei mir muss alles sehr funktional sein“

In welcher Art von Bad sind Sie groß geworden?
In einem schlichten Raum mit kleineren Fliesen. Das Bad war groß und es war komplett in Weiß gehalten. Die Farbakzente kamen unter anderem durch die Badewannenspielzeuge von meiner Schwester und mir.

Sind Sie eher der Badewannen- oder der Duschtyp?
Ich bin definitiv ein großer Duschtyp. Wir hatten damals sogar zwei Duschen im Haus.

Wieviel Tageszeit verbringt man als Leistungssportler im Bad?
Da hat sich auch nach meiner Karriere nichts geändert: Ich dusche seit jeher sehr gerne – und das gerne lang. In meinem Elternhaus befand sich ab einem gewissen Zeitpunkt ein Plastikstuhl in der Dusche, da hat das bei mir mit dem ausgiebigen Duschen angefangen. Klar, als Leistungssportler duschst du nach den Trainingseinheiten auch zweimal am Tag. Das ist zwar nicht so gesund für die Haut, ließ sich aber auch nicht vermeiden.

Erinnern Sie sich an außergewöhnliche Baderlebnisse?
Einmal waren wir mit den Hockey-Jungs in einem Hotel, da konnte ich meinem Zimmerkollegen auf dem WC beobachten, weil die Zwischenwand von Zimmer zu Bad durchweg aus Glas bestand. Ich erinnere mich auch an Indien: Wenn du dort das Wasser beim Duschen im Mund hast, ist es schon zu spät. Aber du musst ja nach den Spielen duschen. Da fällt die Duschzeit zwangsläufig geringer aus. Mich erwischte dennoch ein Magen-Darm-Virus. Es gab Mannschaftskameraden, die sich den Mund mit Tape zugeklebt haben.

Muss ein Bad für Sie funktional sein, oder spielt Design die wichtigere Rolle?
Bei mir muss alles funktional sein. Das gilt nicht nur fürs Bad. Für die Schönheit und das hippe Design ist meine Frau zuständig. Unsere fugenlosen Wand- und Bodenflächen decken beide Seiten gut ab.

Welches Lebensgefühl muss Ihr Bad ausstrahlen?
Meine Frau sagt: modern-stylisch. Schließlich soll auch das Bad zu uns passen. Unser ganzes Haus ist sehr modern gehalten, wir setzen aber immer mal wieder alte Akzente wie etwa mit einem altertümlichen Holzschrank oder einem fast schon antiken Kronleuchter.

Wieviel Natur verträgt ein heimisches Bad?
Mit Pflanzen gehen wir generell sparsam um. Auch im Bad. Da steht nämlich keine. Bei den Materialien habe ich nichts gegen natürliche Stoffe. Wichtig sind uns klare Strukturen, Eleganz und Moderne. Und es sollte aufgeräumt sein.

Früher war es weiß. Welche Farbe dominiert denn heute in Ihrem Bad?
Dunkelgrau mit Rost. In der Fachsprache sind das Mineralstoffbodenplatten in Betonoptik und Cortenstahl. Das Bad ist jetzt leider etwas kleiner als das meiner Kindheit. Dafür aber fällt die Walk-in-Dusche heute größer aus als die Variante damals.

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Foto: Gregor Haase
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